Flammen schlagen dem Besucher aus den Wänden entgegen. Es besteht jedoch keine Gefahr, sich daran zu verbrennen. Man kann sich auch mitten in einen Springbrunnen stellen, ohne nass zu werden. Oder man kann einen Raum betreten, in dem alles gleichzeitig in anderen Farben erscheint, so dass man entweder entspannen kann oder aber neue Energie erhält – je nachdem, wie man sich im Moment gerade fühlt.
Das klingt nach Zukunftsmusik, ist aber schon in diesem Jahr Realität im ARoS. Das Museum, das sich normalerweise der Kunst des 21. Jahrhunderts widmet, begeht sein 150-jähriges Jubiläum sowohl mit einem Blick nach vorn als auch zurück. Dabei werden die Besucher mit einbezogen.
Technologische Kunststücke Durch technologische Kunstgriffe werden die Besucher des Museums 100 Jahre in die Zukunft versetzt. Dabei wird ihnen die Möglichkeit gegeben, die Frühjahrsausstellung direkt mitzugestalten. ENTER ACTION – Digital Art Now.
13 anerkannte ausländische Künstler unterbreiten ihre Vorschläge dazu, wie technologische Kunstgriffe zu ästhetischen Werken führen können, die durch Interaktion mit den Besuchern auf die Welt des Menschen von heute reagieren. Dazu gehören z.B. die Erfassung des Pulsschlags eines Besuchers und die Steuerung von Licht und Farben in einem Ausstellungsraum durch den entsprechenden Rhythmus. Letzteres kann jedoch auch durch Roboter-Installationen erfolgen.
Die Zukunftsvisionen des Frühjahrs werden durch eine Ausstellung im Herbst ergänzt. Hier werden durch moderne Technologie geschaffene Kunstwerke von Jeppe Hein gezeigt, eines Vertreters der ganz neuen Generation international anerkannter dänischer Künstler. Die große Galerie des Museums wird mit kleinen Kuben verschiedener Art ausgestattet. In einige kann man hineinschauen, andere kann man betreten und merkwürdige Dinge betrachten sowie Ungewöhnliches erleben wie z.B. einen Spiegelraum, in dem die Dimensionen verschwimmen oder aus der Wand schlagende Flammen und surrealistische Bänke mit eigenartigen Sitzflächen.
Pingpong mit der Kunstgeschichte Anlässlich seines 150-jährigen Jubiläums schaut das Museum ARoS auch zurück in die Geschichte – wiederum auf eine überraschende und leicht provozierende Art und Weise. Die Besucher erhalten die Möglichkeit, die Sammlungen aus den Magazinen des Museums zu betrachten. Doch es wird gewissermaßen Pingpong mit der Kunstgeschichte gespielt, wenn die alten Werke gemeinsam mit modernen ausgestellt werden. Was empfindet der Besucher beispielsweise beim Dialog eines stummen Doppelporträts aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und einer modernen Videoinstallation, die einen Mann und eine Frau zeigt, die ununterbrochen reden, ohne einander zuzuhören?
Die Ausstellung will die Gefühle der Menschen ansprechen, und die Besucher erhalten die Möglichkeit, sich in ein kunstgeschichtliches Labyrinth zu begeben, in dem an jeder Ecke neue Emotionen angesprochen und ausgelöst werden.
Eine weitere Ausstellung soll jenes Erlebnis wiederentstehen lassen, das vor 150 Jahren den Grundstein des Århuser Kunstmuseums legte. Es wird eine Kopie des Rathausbodens errichtet, auf dem im Jahre 1859 eine Bilderausstellung stattfand. Hier können die Besucher die über 30 Werke bewundern, die damals von einer Gruppe engagierter Bürger ausgestellt wurden.